Wiedereinmal...

30.03.2013

 

Wiedereinmal...


...liegt ein Feiertag an. Unruhe ist zu spüren. Die Menschen hetzen und konsumieren. Der Einladung folgt ein Besuch und wird zur Verpflichtung. Eigendlich wollte man es diesmal anders. Frohe Tage die von einem abverlangen. Nervosität im Trubel der Dinge, hypnotisierter Konsum. Bunte willkommende Abwechslung

Einst war ich Teil der Massen und Hysterie. Seit dem ich den immer und überall aufdringlichen Werbeaktionen den Zugang zu meinem unschuldigen ICH verwehre, schaut mein Auge gelassener auf die wogende Welle. Nur ein einzelner Hase aus weißem Porzellan sieht mit seinen kleinen Äuglein mahnend vom Sidebord des Wohnzimmers auf mich herab. „Du wirst doch wohl nicht die guten Traditionen mißachten!“, scheint er mir sagen zu wollen. Wenn ich ihn mir näher betrachte, erkenne ich tatsächlich wie er seine Pfote mit einem erhobenen Zeigefinger zur Decke streckt. Nun habe ich ihn schon so lange, aber noch nie ist mir das aufgefallen. Ich muß schmunzeln, wie die Hasen die mir seit Wochen in den Geschäften hinterher sehen. Ja ist doch gut, gleich hachher hole ich mir einen Strauß frischer Tulpen und werde dem einen oder anderen Hasen in seine schokoladigen Ohren beißen. Dann ist aber auch gut...

Die Singlefrau lebt entspannt. Vom Großeinkauf bleibt sie verschont, muß keine fettigen Braten mühselig herrichten und stundenlange Pflichtbesuche absolvieren. Kinderlärm und Ehekrise  werden mit dem Schließen der Wohnungstür ein Ereignis im Außen.- Genüßlich bereite ich mir meine zweite Tasse Kaffee zu und schaue von meinem Sofa entspannt auf die kleinen Fenster des gegenüberliegenden Hauses. Mein Kater wendet sich auf seinem Schlaflager wie ein Hähnchen im Grill und gähnt ausgiebig. Auch er ist zufrieden.

Ja es gibt sie, die Traditionen. Von Generation zu Generation werden sie weitergegeben. Wir sind mit ihnen aufgewachsen und haben vergessen worum es eigentlich geht. Die Wiederholung der Wiederholung in Periode. Wenige wagen den Schritt aus dem Gewohntem in unbekanntes Neuland. Jedes Neue erzeugt Unsicherheit und Ängste. Die Orientierung geht verloren, ein Gefühl der Einsamkeit macht sich breit. Einen Preis den man nicht gewinnen möchte. Wie soll es denn aber aussehen, das Leben außerhalb der Gruppe. Wer sich ein Leben lang am Außen orientierte verliert den Bezug zu sich selbst. Was will ich eigentlich, wer bin ich wirklich?

Die Geschwindigkeit des Lebens lässt kurzatmig werden und hält den Vorhang geschlossen. Es gibt Situationen, kurze Momente in denen dich ein Lichtstrahl trifft. Ihn zu nutzen ist goldwert und verändert vieles.

Draußen wartet die Freiheit. Trete heraus und treffe auf   DICH SELBST.

 


SCHÖNE FEIERTAGE !!


 

 

 

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