Insel der Kindheit - Teil 5

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03.06.2012

Insel der Kindheit - Teil 5


Die Sonne hat ihre Position über dem Meer eingenommen um bald darin zu versinken.. Majestätisch nimmt sie Abschied. Der Wind hat sich in den letzten Tagen verausgabt und jetzt zurückgezogen. Die Luft ist mild. Glatt liegt die See und glitzert im Abendlicht. Das sanfte Plätschern der Wellen und die Abendstimmung geben Ruhe. Himmel und Erde hatten ihren Kampf. Friedlich schau ich in die Ferne. Eine unendliche Weite die fasziniert. Tang und Muscheln liegen wie ein brauner Teppich am Ufer. Tief atme ich die salzige Luft ein. Das Geschrei der Möwen hat was Vertrautes und seine eigene Romantik.

Mein Kopf ist leer und aufgeräumt. Ich fühle nichts, ich denke nichts. So als hätte der Wind alles davon getragen. Platz für Neues. Ich bin bereit, frei und offen. Gibt es Neues, oder fängt alles wieder von vorne an? Ist man irgendwann so müde, das der Gang durchs Tor der Endlichkeit zur Sehnsucht wird?

Lebt nicht jeder in seiner Einsamkeit. Ist die Zweisamkeit eine Illusion. Eine Lüge der Notwendigkeit. - Im Rausch tanzen die Seelen nach dem gleichen Lied. An der Oberfläche lässt sich gut atmen, die Welle trägt alle gemeinsam und am Ufer geht jeder wieder seinen eigenen Weg. Geschwindigkeit täuscht Lebendigkeit vor. Erzeugte Bewegung ohne Zwischenstation. Losgelassener Wahnsinn zum Selbstzweck.

Die Sonne steht tief. Für heute hat sie ihre Aufgabe erfüllt. Das Konzert findet sein Ende. Der Vorhang fällt. Die Vorstellung ist gelungen, das Publikum applaudiert.


Ich bin hinein geflossen, wie ein Tropfen in den Ozean. Hab mich verloren in der Unendlichkeit. Mein Herz ist frei und friedlich. Nichts wollen, nur Sein. Die Gedanken verloren, sie haben hier keine Bedeutung. Die pure Existenz. Das Innen mit dem Außen im natürlichen Einklang. Kommunikation auf mystische Weise. Nur spüren, fühlen und beobachten. Die Stille kann mehr ausdrücken als es Buchstaben in einem Satz vermögen. Das Schreiben fällt hier schwer. Nur zähflüssig gelingt die Beschreibung.

Ich muss fort. Zurück in die Stadt aus Beton. In eine Künstlichkeit, die mit Kunst nichts gemein hat. Dort wo jeder nur sein Ziel verfolgt gibt es Nichts zu sagen. Oberflächlichkeit die krank macht.


Ich schaff mir meine eigene Liebe.

Wer die Lautstärke drosselt, kann sie finden.

Auch in der Stadt aus Beton.



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