Im Umgang mit sich selbst

16.09.15


Im Umgang mit sich selbst

 

Ein Blatt nach dem anderen windet sich durch einen langen Tunnel hinab bis an den Ort seiner Bestimmung. Der Weg ist vorgegeben und der Zeitpunkt von mir bewusst gewählt. Es gilt einen Auftrag zu erfüllen, den der Gesundheit. Ich bin wach und weiß Bescheid. Mein Blick geht durch die ungeputzten Scheiben nach draußen. Ein trüber Tag wartet noch auf das Licht des Tages welches sich still unter der Wolkendecke verbirgt. Mit einem eleganten Schwung nehme ich die letzten frischen Bestandteile meines gemischten Salates ohne Dressing mit der Gabel auf und lasse sie in meinem Inneren verschwinden. Warum muss Schönsein nur so anstrengend sein. Warum muss es so sein und nicht anders. Nun gut, ich denke ungerecht. Eigentlich ist doch alles so einfach...                                   Mein Blick schweift über die prall gefüllte Theke des Caféhauses und bleibt anschließend an einem Nachbartisch hängen an dem sich zwei Damen in gepflegter Kleidung laut unterhalten. Ihre Stimmen haben einen fröhlichen Klang und ihre kleinen Löffelchen versinken unaufhörlich in einem weißen Schaum aus Sahne. Die kleinen Röllchen, die sich unbarmherzig durch ihre Kleidung drücken, geben Hinweis auf bereits vergangene Schlemmerattacken. Warum auch nicht, jeder hat das Recht auf sich selbst.                   Ich pflege eine konsequente Abneigung gegen Zelte. Aber nur gegen solche die als Kleidung dienen. Mein Bild von einer schönen Frau hatte sich schon in früher Kindheit geprägt. Meine Mutter, eine interessante und attraktive Frau, war mir stets ein Vorbild. Das Haus verließ sie immer perfekt gestylt. Die hochgesteckten blonden Haare gaben ihr ein smartes Aussehen. Dezent geschminkt wirkte sie in ihrer Schönheit immer noch natürlich und ebenso sympathisch. Eine Frau der jedermann gerne hinterherschaute. Auch meine Großmutter trug bis ins hohe Alter gepflegtes dunkelbraunes Haar und roten Lack auf den Nägeln. Das gehörte wie selbstverständlich dazu. Aber nicht nur das Äußere, auch ihre Liebenswürdigkeit und Wärme machte ihr Wesen aus. Stark waren sie und wussten zu kämpfen wenn es darauf ankam. Auch der Rest der Damen in unserer Familie weiß mit Chic umzugehen. So ist es mehr als nur verständlich, das ich schon mit Absatzschuhen auf die Welt kam. Jahre später gab es regelmäßig Maßregelungen von meinem Mann, da ich selbst im Urlaub mit den Hochhackigen über den Sand stöckelte. Ich kannte eben nichts anderes. Sportschuhe wurden doch nur für Sportler gemacht, oder?                                            Die Zeit ändert so Vieles. Inzwischen sind die Absätze bedeutend flacher und auch Sportschuhe sind ein Teil meines Lebens geworden. Regelmäßiges Training formt einen bewussten Umgang mit sich selbst. Die meisten finden den Weg ins Fitnessstudio erst nachdem ihnen deutlich geworden ist, das das Leben sowie ihre Jugendlichkeit endlich ist. Viel zu spät,wenn das Kind eigentlich in den Brunnen gefallen ist, beginnen sie aktiv zu werden. Aber besser als gar nicht. Es ist nie zu spät um dem Leben eine Wandlung zu geben.

Meine beiden Damen am Nachbartisch juchzen leise auf als der Kellner den bestellten Prosecco bringt. Es gibt was zu feiern, auch wenn es nur das Leben ist. Sie haben längst aufgegeben sich um ihre Figur sorgen zu machen. Manchmal sollte man hinnehmen was doch nicht zu ändern ist. Es ist auch nicht leicht. Jeder Einkauf im Supermarkt wird zum Intelligenztest. Was ist gut und was nicht? Schon längst kann man der Lebensmittelindustrie und deren Werberummel keinen Glauben mehr schenken. Was angeblich so gesund ist, stellt sich nach eigenen Recherchen als ungesund heraus. Auch hier geht es nur ums Geld, genauso wie woanders auch. Der Bürger ist auf sich gestellt und Vertrauen am falschen Ort recht sich.                                                                  Ich bin informiert. Das Internet steckt voller Wissen. Für Stunden zieht es mich in seinen Bann. Es ist nicht leicht die echte Wahrheit zu erkennen. Hier ist Grips und die Fähigkeit zum logischen Denken gefragt. Wissen ist das Eine, aber die Kraft zu entwickeln um bestehende Gewohnheiten zu verändern das Andere.

Im guten Sinne, der Hausfrauen Arbeit zu erleichtern, erfand die Industrie Produkte die schnell ins Wasser geworfen oder erhitzt in der Mikrowelle eine vollständige Mahlzeit ergeben. Als eine Art Fortschritt schlich sich diese Form der Ernährung in unsere Haushalte. Kaum einer weiß was da eigentlich wirklich drin ist und welche gesundheitliche Schäden sie langfristig verursachen können. Zucker ist der ärgste Feind unserer Gesundheit. Leider mein liebster Freund. Oh mann, das heißt eisern sein und sich in Disziplin üben. Die langen Regale im Supermarkt sind voll von süßen Köstlichkeiten. Für jede Naschkatze ist es schwer hier dem Angebot zu widerstehen. Aber ich tue es trotzdem. Warum nur, fragt mich der ein oder andere gedankenlose Nahrungsverwerter voller Unverständnis.

 

Ganz einfach.....

weil ich mich in den 16 Wachstunden des Tages einfach gut fühle...

gesund, schlank und fit bin,

Freude am Leben und vielen Komplimenten habe,

und ganz automatisch am forever-young Programm teilnehme.

Ganz einfach.....so ist das. Und Grund genug für mich.

 

Und somit werde ich auch weiterhin bewusst meinen Körper dabei unterstützen sein Immunsystem zu stärken um mich gesund zu erhalten. So gut ich es kann natürlich.

Die beiden Damen erheben sich und nicken zum Abschied kurz herüber. Ihnen werden wohl meine Blicke aufgefallen sein. Leben und leben lassen. Das richtige Maß finden und alles zur rechten Zeit. Dann ist es gut. Ich bezahle und trete hinaus in den Sonnenschein. Der Tag ist da, voll und prächtig. Das seidige Sommerkleid umschmeichelt meine Beine. An solch einem Tag macht Mode Spaß. Ich gehe mit ihr und sie mit mir. Der Tag hat seine Energie. Durch die dunklen Gläser meiner Sonnenbrille kann ich sie sehen.

Ich bin bereit...

 

 

 

 

 

 

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