Falsche Wirklichkeit

07.02.2015

 

Falsche Wirklichkeit

 

Die Runde ruft, die Geselligkeit wartet. Die Feier als Mittel zum Zweck. Sie täuscht Lebendigkeit und Lebensfreude vor und dient doch nur dem, der daran verdient. Durstige Kehlen nehmen gierig auf was auf des Hausherrn Tische steht. Jeder kennt sich aus mit Prozent und Verträglichkeit. Erinnerungen werden wach und alte Geschichten, prall gefüllt mit Heldentaten. Sie lassen aus der kleinen Gesellschaft eine große Gemeinschaft werden. Glas für Glas wachsen sie zusammen, werden zu einer Einheit. So entsteht ein Gefühl der Stärke und macht selbst den Schwächsten zum Held. Der Feind wird zum Freund und der Freund zum Bruder. Alle gegen den Rest der Welt. So lässt es sich leben. Im Kopf ein Feuerwerk und das Gefühl von Freiheit. Schnell nachschenken bevor die Einsamkeit sich vom Stuhl erhebt. Über dem Tisch schlagen die Sätze Purzelbäume. Man übertrifft sich an Akrobatik. Jeder hat seine Kunst, die Kunst des Lebens. Sie wiegt schwer und nimmt dir die Fähigkeit zum Zuhören. Nur im Bewussten steckt die Kenntnis einer isolierten Daseinsform. Schnell nachschenken um die Wärme zu halten. Die Wärme die alle umgibt...heute...für einen Moment...einen Augenblick.

 

Manchmal im Alltag da draußen, hältst du inne und weißt nicht warum. Einfach nur so. Und du siehst ihn, den Bettler an der Straße. Er steht dort wie jeden Tag und könnte es auch woanders auf dieser Welt. So als müsse er dort stehen um uns zu erinnern und zu mahnen. Um uns zu bewahren vor dem Zufrieren. Du gibst nie. Doch heute gibst du. Ein Geldstück und vielleicht auch ein Lächeln. Wie schnell kannst du seinen Platz einnehmen. Der Gedanke lässt dich frösteln. Schnelle Schritte hallen über den Asphalt und zu Hause bist du froh noch im Besitz von etwas ganz Wertvollem zu sein...der Menschlichkeit.

 

Die Runde wartet. Sie vergisst dich nicht Sie gibt dir ein zu Hause und einen Halt. Hebt dich weg vom Alltag und lässt ihn vergessen. Nimmt dir den Druck und gibt den aufrechten Gang zurück. Die Gläser sind voll. Doch eigentlich sehen sie nur so aus. Doch ob halb oder voll, der Wohlstand lässt niemanden allein. Auch wenn er nur aus prallen Schaufenstern zu uns spricht. Er ist ausnahmslos präsent. Es mangelt an nichts. Wer ihn sich nicht holen kann den Luxus, zweifelt an sich und seinen Fähigkeiten. Ach komm... lass uns vergessen, mahnt die Runde und grölt dazu laut im Chor. Herauslassen der Gefühle, auch wenn sie keinen interessieren. Im Rausch spürst du sie nicht mehr, die Einsamkeit. Alles verschwimmt. Du bewegst dich auf einem Fluss. Das Boot treibt dich leicht wankend über alle Gefahren hinweg. Schön ist es und irgendwann übergibst du das Steuern einem anderen. Abgeben und loslassen. Frei schweben im Raum. Die Droge wird zur Sucht und nimmt zu an Gefährlichkeit...

 

 

 

 

Die Deutschen trinken doppelt so viel Alkohol wie andere Nationen. Etwa 15.000 Menschen sterben jährlich daran.

Übermäßiges Trinken fordert in Deutschland fast viermal so viele Opfer wie der Straßen-verkehr. 2012 starben hierzulande 14.551 Menschen an den Folgen ihres Alkoholkonsums. Bei Verkehrsunfällen kamen im selben Jahr 3827 Menschen zu Tode.

Alkoholbedingte Todesursachen sind Alkoholgastritis bis Zirrhose, Leberschädigungen. Am zweithäufigsten ist die Bauchspeicheldrüse betroffen. Aber auch Herzmuskel, Lunge oder Nervensystem können so stark geschädigt werden, bis sie versagen.

 

 

 

 

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